Einer der größten Fehler, den man begehen kann, ist seine Intimzone genau wie den restlichen Körper zu behandeln. Besonders was die Intimrasur angeht, braucht dein Intimbereich viel Zuwendung. Hier erfährst du, was du bei der Intimrasur beachten musst.

Der optimale Zeitpunkt

Am besten rasierst du dich abends vor dem Schlafengehen – da stehst du am wenigsten unter Zeitdruck und deine Vulva hat genug Zeit sich in Ruhe von den Strapazen zu erholen, bevor du dich wieder in die Alltagskleidung schmeißen musst.

Bevor es losgeht – Preparation is key

Bevor du mit der eigentlichen Intimrasur beginnst, solltest du auf ein paar Dinge achten:

  1. Wasche dir immer gründlich Hände, bevor du dich untenrum anfasst.
  2. Schaue dir deine Schamhaare genau an: Wie lang sind sie? Wenn nötig, stutze sie vor der Rasur! So vermeidest du entzündete Haarfollikel, die wiederum zu Rötungen, Irritationen, eingewachsenen Haaren und Pickel führen.
  3. Verwende immer scharfe Klingen (sie sollten sanft gleiten!) und desinfiziere sie vorher ordentlich.

Lasset die Rasurzeremonie beginnen

  1. Reinige deinen Intimbereich gründlich mit einer für den Intimbereich geeigneten Duschlotion, bevor du zum Rasierer greifst. Das ist wichtig, da Verschmutzungen auf der Haut schnell zu Entzündungen, Rötungen und Ausschlag führen können. Achtung: Reinige nur bis zum äußere Vaginalbereich (Vulva), die Vagina reinigt sich selbst!
  2. Nun trage einen Rasierschaum auf deinen Intimbereich auf. Achte darauf, dass du ein Produkt verwendest, das für den Intimbereich geeignet ist. Herkömmliche Duschgels und Rasierschäume trocknen die Haut aus, haben den falschen pH-Wert und bringen die vaginale Flora aus dem Gleichgewicht.
  3. Erwärme die Rasierklingen mit warmem Wasser.
  4. Nun kann es losgehen: Spanne die Haut mit 2 Fingern und drücke den Rasierer immer nur leicht auf. Rasiere Schritt für Schritt kleinflächig und in Wachstumsrichtung der Haare. Auch wenn es gegen die Wachstumsrichtung schneller und gründlicher erscheint, solltest du dem Impuls nicht nachgehen, denn hier besteht ein hohes Risiko von Verletzungen und Entzündungen!
  5. Spüle die Klingen nach ein paar Zügen immer wieder mit warmem Wasser ab.
  6. Wenn du fertig bist, lasse kaltes Wasser über die rasierte Stelle laufen. So wird die Haut beruhigt und die Poren schließen sich.
  7. Vermeide es beim Abtrocknen das Handtuch zu reiben, um die Haut nicht weiter zu irritieren. Stattdessen tupfe lieber sanft.
  8. Die Haut ist nach der Intimrasur schnell gereizt und ausgetrocknet. Trage ein beruhigendes, regenerierendes und feuchtigkeitsspendendes Öl auf. Verzichte unbedingt auf herkömmliche Cremes und Produkte mit Alkohol oder chemischen Zusätzen. Auch diese bringen das intime Gleichgewicht durcheinander und strapazieren die Haut und deine Vagina schnell.

Scheidenpilz? Sich damit auseinandersetzen oder gar darüber reden ist für viele einfach unvorstellbar. Man fühlt sich eklig und unhygienisch – dabei kann so ein Scheidenpilz ganz unterschiedliche Ursachen haben und kommt gar nicht mal so selten vor: Rund drei von vier Frauen sind mindestens einmal im Leben von so einem Infekt betroffen.

Wo kommt er her?

Tatsächlich ist der Hefepilz Candida albicans ein ganz normaler Mitbewohner unserer intimsten Körperstelle. Hier tummeln sich nämlich alle Hand Pilze, Bakterien und andere Mikroben, da sie sich im feuchtwarmen Milieu der Scheide besonders wohlfühlen. Im Normalzustand, also bei einer intakten Scheidenflora befinden sich gute und schlechte Keime im Gleichgewicht. Gerät dieses allerdings aus dem Lot vermehren sich die Krankmacher und eben auch dieser Hefepilz.

Wie gerät die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht?

Das kann ganz verschiedene Ursachen haben. Zu wenig Intimhygiene, aber tatsächlich auch übertrieben viel Intimpflege (mehr als zweimal täglich) kann die Entstehung von Scheidenpilz fördern. Aber das ist noch längst nicht alles. Der Krankheitserreger wird außerdem gefördert durch:

  • Hormonelle Veränderungen, z.B. die Periode, Eintreten der Wechseljahre, Schwangerschaft, Störungen im Hormonhaushalt oder die Einnahme von künstlichen Hormonen. Auch durch die Pille
  • Körperlicher und psychischer Stress, der die Abwehrkräfte schwächt
  • Zu enge und vor allem synthetische Unterwäsche und Kleidung, in der man zu stark schwitzt
  • Einnahme von Medikamenten, wie z.B. Antibiotika – hier werden nicht nur gefährliche, sondern auch gute Bakterien getötet und so kann das Scheidenmilieu aus der Balance geraten
  • Krankheiten, wie z.B. Diabetes und HIV

Wie äußert er sich?

Als erstes wirst du es an einem starken Juckreiz merken, denn einen Scheidenpilz, der nicht juckt, gibt es eigentlich nicht. Zusätzlich kann es zu Rötungen und Schwellungen im äußeren und inneren Vaginalbereich kommen und beim Aufs-Klo-Gehen unangenehm brennen. Auch an deinem Ausfluss kannst du einen Scheidenpilz erkennen: Dieser tritt meist verstärkt und in gelblich-weißer, teilweise krümeliger Form auf. Außerdem können Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs entstehen.

Wichtig: Eine Pilz-Infektion ist ansteckend und kann sich beim Sex auf den Partner übertragen. Bei eventuellen Infektionen sollte als der Partner gleich mitbehandelt werden

Und was kann ich tun?

Wenn die Symptome auf dich zu treffen und du den Verdacht hast, dich mit Scheidenpilz infiziert zu haben, dann keine Wiederrede und ab zum Gynäkologen! Unbehandelte Scheidenpilze können nämlich chronisch werden und das wollen wir nun wirklich nicht.

Dein Frauenarzt/deine Frauenärztin weiß was tun ist und verschreibt dir dann entweder Zäpfchen, Cremes oder Tabletten, die du für ein paar Tage einnehmen musst. Da gibt es wirklich schlimmeres und die Symptome bessern sich meist sehr schnell. Trotzdem ist es notwendig die Medikamente für den gesamten vorgeschriebenen Zeitraum einzunehmen, damit der Pilz auch komplett bekämpft wird.

Also: Wenns da unten mal ziemlich juckt – keine Panik, aber ab zum Arzt. Dann findet eure Scheidenflora wieder ihre Balance und ihr seid wieder fit im Schritt. 😉