Schwarzer Himmel mit rotem Mond

Mit seiner Kraft bringt der leuchtende Himmelskörper ganze Meere dazu, sich zu bewegen. Dann müsste seine Wirkung auf den Menschen doch umso größer sein – so argumentieren „Mondgläubige“. Für sie ist absolut klar, dass die weibliche Menstruation vom Mond beeinflusst wird.

Alles nur Aberglaube?

Dieser Mythos hält sich hartnäckig – nicht zuletzt, weil der Mond die Erde in genau 29,5 Tagen umkreist. Ein durchschnittlicher Menstruationszyklus ist genauso lang. Auch das Wort „Menstruation“ kommt von dem lateinischen Wort für Monat „mensis“ und lässt auf eine Verbindung schließen.

Es heißt, Frauen der verschiedensten kulturellen Stämme haben sich in der vorindustriellen Zeit jedes Mal bei Neumond getroffen, um gemeinsam in „roten Zelten“ zu menstruieren. Erst mit der Erfindung des künstlichen Lichtes wäre dies nicht mehr möglich gewesen, da Frauen ab dann ihre Periode nicht mehr gleichzeitig bekamen.

Viele Menschen glauben auch heute noch an den Einfluss des Mondes auf den Menschen, sei es bezüglich der Menstruation oder des Schlafrhythmus. 

Ist da was dran?

Wissenschaftlich gesehen, hat dieser Mondglaube jedoch keine Grundlage! Es gibt keinerlei empirische Belege dafür, dass der weibliche Menstruationszyklus jemals vom Mond abhängig war.

Auch der Vergleich mit Säugetieren lässt den Mythos unwahrscheinlich erscheinen. Der Sexualzyklus eines Schafes dauert 16 Tage, der einer Maus nur 5 Tage und der eines Schimpansen ganze 37 Tage. Warum sollte also der menschliche Zyklus mit dem Mond zusammenhängen, während die Zyklen anderer Lebewesen davon unabhängig sind?

Außerdem ist ein weiblicher Zyklus von 29,5 Tagen tatsächlich nichts weiter als ein Durchschnittswert: Bei manchen Frauen ist der Zyklus länger, bei manchen kürzer, bei manchen jedes Mal anders. Der Mond hingegen kreist immer in 29,5 Tagen um die Erde.

Somit ist es wohl eher Zufall, dass der Mond- und der Menstruationszyklus ähnlich lang sind.