Die erste Periode nach der Geburt lässt oftmals eine Weile auf sich warten und das ist völlig normal so. Im Durchschnitt dauert es mindestens sechs Wochen und maximal ein Jahr, bis eine frisch gebackene Mutter wieder menstruiert. Während der neun Monate ist der Hormonhaushalt komplett auf die Schwangerschaft fixiert. Unsere Freunde Östrogen und Progesteron befinden sich in dieser Zeit auf einem sehr hohen Level. Nach der Geburt sinkt der Hormonspiegel langsam wieder ab und normalisiert sich.

Wann setzt die Periode wieder ein?

Die Antwort lässt sich in der Länge der Stillzeit finden. Je länger und intensiver eine Frau stillt, desto länger zögert sich ihre Periode heraus. Schuld daran ist Prolaktin, welches gebildet wird, sobald der Östrogenspiegel wieder abnimmt und für den Milcheinschuss zuständig ist. Als kleine Nebenwirkung hemmt das Hormon die Eizellreifung im Eierstock, wodurch die Periode erst einmal ausbleibt.

Stillt eine Frau nicht, normalisiert sich der Prolaktinspiegel innerhalb von zwei bis drei Wochen und der Zyklus setzt drei bis zehn Wochen später wieder ein. Durchschnittlich bekommt eine nicht-stillende Mutter ihre Tage also nach acht Wochen wieder. Stillt eine Frau, kann die Periode hingegen bis zu einem Jahr aussetzen.

Ist die Periode nach der Geburt anders?

Es kann tatsächlich passieren, dass sich deine Periode komplett anders äußert, als sie es in all den Jahren vorher getan hat – schließlich hat dein Körper gerade eine Wahnsinnsleistung vollbracht und sich dadurch verändert.

Gerade die erste Periode nach der Geburt kann euch fremd vorkommen. Viele Schwangere beklagen sich über stärkere und längere Blutungen und größere Schmerzen.

Besonders wichtig zu beachten: Deine Periode braucht erstmal wieder eine Weile, um sich einzupendeln. Die Zeit nach der Geburt ist vergleichbar mit der Menarche, also deiner allerersten Periode: So kann es gut passieren, dass sie einmal kommt und dann wieder eine längere Zeit auf sich warten lässt. In dem Fall: No panic!

Tampons direkt nach der Geburt – ja oder nein?

In den ersten Monaten nach der Geburt ist das Infektionsrisiko noch erhöht und die Wundheilung des Geburtskanals noch nicht ganz abgeschlossen. Schließlich hast du dort gerade dein Baby rausgepresst. Stillst du also nicht und bekommst deine Periode relativ früh, lass lieber erstmal die Finger von Tampons oder der Tasse. Binden oder Periodenunterwäsche tun es auch und sind in diesem Fall die bessere Wahl.

Aber keine Angst, wenn du eher eine Freundin von Tampons oder der Tasse bist, musst du nicht allzu lange auf diese Alternativen zurückgreifen. Ein bis zwei Monaten nach der Geburt ist meist alles abgeheilt und rückgebildet und du kannst wieder Tampons benutzen. Allerdings kann es gut sein, dass du diese ab jetzt größer brauchst. Eventuell hat sich die Form deiner Vagina durch die Geburt verändert, weshalb sich auch das Einführen des Tampons merkwürdig oder falsch anfühlen kann. Hast du dabei große Schmerzen, sprich unbedingt mit deinem Frauenarzt/deiner Frauenärztin darüber.

Muss ich während der Stillzeit verhüten?

Stillen = Verhütungsmittel? Nope! Auch wenn das Prolaktin die Wahrscheinlichkeit eines Eisprungs reduziert, heißt es nicht, dass du zu 100% unfruchtbar bist. Außerdem stellt die erste Periode nach der Geburt kein Zeichen für die Wiederkehr deiner Fruchtbarkeit dar. Der erste Eisprung setzt nämlich schon vor der ersten Periode wieder ein.

Falls ihr also nicht gleich scharf auf Baby No. 2 seid, verhütet ab sechs Wochen nach der Geburt wieder. Aber aufgepasst, wenn du noch stillst: Bestimmte hormonelle Verhütungsmittel, wie die Pille oder das Pflaster, können deine Milchproduktion negativ beeinflussen.