Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist ja bekanntlich so eine Sache. Haben wir als Gesellschaft schon viel erreicht? Ja. Gibt es noch viel zu tun? OH JA! Nicht nur in Politik, Wirtschaft oder in gesellschaftlichen Moralvorstellungen hakt es noch hie und da. Auch beim Verkauf von Menstruationsartikeln, auf die biologische Frauen nun einmal angewiesen sind, wird mit unfairen Mitteln gespielt.

Damit machen wir jetzt Schluss! Die beiden Hamburgerinnen Nanna-Josephine und Yasemin und wir haben jeweils Petitionen ins Leben gerufen, die auf folgende Missstände beim Kauf von Menstruationsartikeln aufmerksam machen:

Petition #1: Fehlende Transparenz

Was braucht man, um eine informierte Kaufentscheidung zu treffen? Richtig – Man muss wissen, was man da kauft. Und dazu ist eine Auflistung der Inhaltsstoffe ganz hilfreich. Klingt doch eigentlich ziemlich logisch, oder?

Warum das auch bei Menstruationsartikeln notwendig ist? Gerade Tampons, die wir mehrere Stunden am Tag in unserem Körper tragen und deren Inhaltsstoffe über die Schleimhäute direkt in unseren Blutkreislauf übergehen, sollten wir doch die Inhaltsstoffe kennen! Vor allem in Hinblick auf Unverträglichkeiten und Umweltbedenken ist es absolut nicht okay, dass wir diese nicht auf der Verpackung finden. Ja, richtig gehört – die Inhaltsstoffe stehen meistens nicht auf der Verpackung! Hersteller von Menstruationsartikeln sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, die Inhaltsstoffe dort anzugeben.

Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, mit Hilfe von transparenten Informationen begründete Kaufentscheidungen zu treffen und Menstruierende dürfen davon nicht ausgeschlossen werden! Deshalb haben wir vor zwei Monaten eine Petition mit der Forderung nach einer Deklarationspflicht für Menstruationsartikel gestartet.

Jetzt Petition unterzeichnen!

Bisher haben fast 25.000 Menschen unterschrieben, aber wir sind uns sicher, dass da noch mehr geht! Zusammen mit change.org möchten wir auf solche Gesetzeslücken aufmerksam machen und durften in diesem Zusammenhang auch Nanna-Josephine von der Petition zur Tamponsteuer kennenlernen. Wie bitte? Tamponsteuer?!

Petition #2: Die Tamponsteuer

Das deutsche Steuersystem lässt sich wohl am besten mit einem Ausdruck beschreiben: Hä? Eine richtige Logik vermisst man hier leider an so manchen Stellen. Eine große Baustelle des Systems: Die Besteuerung von Menstruationsartikeln. Hier fallen 19% Mehrwertsteuer an. Für „notwendige Produkte des Alltags“ gilt allerdings ein ermäßigter Steuersatz von 7%.

Stellen wir uns ganz objektiv die Frage, ob Tampons, Binden, Menstruationstassen, Periodenpanties, etc. notwendig sind, kommen wir doch alle schnell auf die gleiche Antwort… Oder? Wir können es uns schließlich nicht aussuchen: Einmal im Monat benötigen wir diese Hygieneartikel! Schluss. Ende. Aus. Die Periode ist nun wirklich kein Luxus!

Das dachten sich auch Nanna-Josephine und Yasemin und starteten eine Petition zur Senkung dieser Tamponsteuer. Das Thema erfährt gerade wieder an medialem Aufwind und die Chancen stehen gut, dass es nun auch die verdiente politische Aufmerksamkeit erhält! Na endlich.

It’s time for change! 

Wir finden, es ist höchste Zeit etwas daran zu ändern! Schließlich leben wir im 21. Jahrhundert und es scheint noch immer ein Problem zu sein, dass biologische Frauen zwischen 13 und 40 Jahren monatlich menstruieren. Und das tun wir – by the way – nicht freiwillig. Da ist es doch nur fair, wenn wir auf solche grundlegenden Produkte, die uns dabei helfen durch den Alltag zu kommen, einen ermäßigten Steuersatz zahlen und wissen, was in ihnen enthalten ist.

Mit den Petitionen möchten wir nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern wirklich etwas bewegen! Und das können wir nur gemeinsam mit euch! Unterstützt uns mit eurer Unterschrift, denn nur wenn wir genügend Unterschriften zusammen haben, können wir politischen Druck erzeugen:

www.change.org/wasstecktdrin
www.change.org/tamponsteuer

photo credits: forallwomankind