Frau im Schneidersitz

Spätestens wenn kleine fiese Pickel in meinem Gesicht sprießen – und dass obwohl ich seit fast zwei Jahrzehnten aus der Pubertät raus bin – mich meine Heißhungerattacken stündlich zum Kühlschrank treiben und ich wegen unverschlossener Zahnpastatuben in Tränen ausbreche, dann weiß ich, es ist bald soweit: Meine Gebärmutterschleimhaut möchte sich von mir verabschieden. Aber warum sie da immer so ein Drama draus machen muss? Mir persönlich wäre ein unaufgeregter Abgang lieber. Und ich gehe mal davon aus, dass mir die meisten Frauen zustimmen werden. Wer hat schon Lust auf einen Bauch, mit dem man aussieht als wäre man im 6. Monat schwanger? Vermutlich haben die meisten Promi-Ladies, denen mal wieder eine Schwangerschaft angedichtet wird, einfach nur einen Blähbauch, der lediglich ihre baldige Menstruation ankündigt.

Gerne erinnert uns “Ursula” – so nennt eine gute Freundin von mir liebevoll ihre Gebärmutter – an das monatliche Event in unserem Unterleib. Und sie ist dabei sehr einfallsreich: Kopfschmerzen, fieses Ziehen im Rücken, Spannungsgefühl in den Brüsten, Müdigkeit oder einfach nur eine scheiß Wut auf alles und jeden. Und die Liste ließe sich hier noch um einige Punkte erweitern. Ein individuell zusammengestelltes “Wehwechen”-Paket, das dich einfach nur daran erinnern soll, dass du bald blutest!

Aus dem Gleichgewicht

All diese körperlichen und seelischen Beschwerden, die irgendwann zwischen Eisprung und Beginn deiner Menstruation auftreten können, sind auch unter dem Namen “prämenstruelles Syndrom” (kurz PMS) bekannt. Und der Fairness halber muss ich auch erwähnen, dass es nicht allein Ursulas Schuld ist, dass wir für einige Tage körperlich aus dem Gleichgewicht geraten und emotional Achterbahn fahren. Die eigentlichen Übeltäter – so vermutet man – sind die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron, die im weiblichen Körper den Zyklus regulieren. Die genauen Ursachen sind leider noch nicht ausreichend erforscht. Die PMS-Symptome sind zudem nicht bei jeder Frau gleich stark ausgeprägt und können sich von Mal zu Mal verändern.

Aber es gibt eine gute Nachricht: Du musst nicht bis zum Ende deiner Wechseljahre warten bis die PMS-Beschwerden nachlassen. Es gibt einige Mittel und Wege, um die monatlich wiederkehrenden Symptome in den Griff zu kriegen. Ganz verschwinden werden sie vermutlich nicht, aber du kannst sie zumindest lindern.

1. Halt dich warm

Bei fiesen Rücken- und Gelenkschmerzen hilft dir eine Wärmflasche oder ein heißes Bad, bei immer wiederkehrenden heftigen Kopfschmerzen meistens leider nur eine herkömmliche Schmerztablette. Wenn die Schmerzen nicht ganz so quälend sind, könnten auch ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf dem Rücken oder auf die Schläfen einmassiert Wunder bewirken. Wenn du dann noch jemanden an der Hand hast, der das Einmassieren übernehmen kann, um so besser. Denn ein paar Streicheleinheiten tun auch der Seele gut.

2. Chill dich

Regelmäßige Auszeiten sind natürlich immer wichtig, aber während der Tage vor den Tagen noch viel mehr. Denn Stress kann die Beschwerden verstärken. Eine Runde Yoga, ein Spaziergang im Freien oder ein Date mit der besten Freundin helfen dir dabei, einen klaren Kopf zu bewahren und dich zu entspannen. Sollte gerade keine gute Freundin griffbereit sein, sind Dates mit dir und einem guten Buch oder der nächsten Netflix-Serie eine super Alternative!

3. Bring deine Muskeln in Schwung

Krämpfe und Verspannungen kannst du mit einer kleinen Workout-Runde lösen. Ob nun eine gemütliche Joggingrunde, ein paar Yogastellungen oder eine kleine Tanzeinlage – alles was nicht zu anstrengend ist, aber deine Muskeln in Bewegung bringt, hilft. Übrigens auch gegen die seelischen Schmerzen.

4. Stell deine Ernährung um

Manche Frauen leiden unter ihren Beschwerden so stark, dass eine medikamentöse Behandlung das einzige Mittel der Wahl bleibt. Da die Einnahme von Medikamenten mit nicht zu vernachlässigenden Nebenwirkungen verbunden sein kann, könntest du es vorab mit einer Ernährungsumstellung ausprobieren. Denn es ist nachgewiesen, dass bestimmte Lebensmittel gegen einige PMS-Symptome helfen können, während andere diese wiederum verschlimmern. Die Tüte Essigchips muss also leider im Schrank bleiben und auch auf Koffein, Alkohol und Süßigkeiten solltest du verzichten. Ich weiß, das klingt hart! Was dein Körper in dieser Zeit vor allem braucht sind Ballaststoffe, Magnesium, Kalzium, B- und D-Vitamine, ungesättigte und Omega-3-Fettsäuren.

Bananen beispielsweise enthalten viel Magnesium, was gut bei Krämpfen ist, und B-Vitamine, die gegen Kopfschmerzen und Wassereinlagerungen helfen. Auch Kichererbsen und andere Hülsenfrüchte punkten mit einem hohen Magnesiumgehalt und viel Vitamin B 6. Ein Müsli aus Haferflocken und frischem Obst enthält viele Ballaststoffe, damit regst du deinen Darm an und sagst deinem PMS-Blähbauch ade. Ungesättigte Fettsäuren heben die Stimmung und Omega-3-Fettsäuren helfen gegen die Unterleibsschmerzen – beides bekommst du beispielsweise mit einer Portion Lachs. Noch eine Avocado dazu und du deckst auch deinen Bedarf an D-Vitaminen.

Außerdem solltest du viel trinken , aber wenn möglich ohne Kohlensäure, denn die bläht noch mehr.

5. Nutze die Kraft der Natur

Auch in der Natur ist ein Kraut gegen die verschiedenen Symptome des PMS gewachsen: Mönchspfeffer – oder auch Keuschlamm genannt – harmonisiert das hormonelle Ungleichgewicht und kann so prämenstruelle Beschwerden lindern. Neben einer Ernährungsumstellung ist der Einsatz dieser Heilpflanze vielleicht eine Alternative zu den mit Nebenwirkungen verbundenen Medikamenten.

6. Sieh’s als Chance

Aber trotz Pickel, Blähbauch und all der anderen PMS-Gemeinheiten, solltest du die Tage vor den Tagen auch als Chance sehen und dich und deinen Körper mit viel Liebe und fürsorglicher Zuwendung verwöhnen. Du kannst also auf Ursula schimpfen, gegen sie ankämpfen und mit ihr hadern, aber letztendlich macht sie einfach nur ihren Job. Und das ist auch gut so. Klar, könntest du auf auf das ganze Drumherum und das Drama verzichten, aber wenn du versuchst, sie mit all ihren Macken anzunehmen, wird es vielleicht entspannter – ganz so wie mit einer guten Freundin.